Die Lebenserwartung drogenabhängiger Menschen ist in den letzten Jahren aufgrund verbesserter und vermehrter Hilfeangebote deutlich gestiegen. Häufig haben sie eine jahrzehntelange Suchtkarriere mit etlichen Therapie- und Entgiftungsversuchen hinter sich gebracht. Persönliche Ressourcen können nur noch selten abgerufen werden. Der Wunsch nach Veränderung und die noch möglichen Handlungsstrategien korrespondieren nicht mehr miteinander. Dieser Konflikt wird häufig noch verstärkt durch:
chronifizierte physische und psychische Erkrankungen inkl. Mangelernährung und -hygiene
Wohnungslosigkeit bzw. durch ein Leben in marginalisierten Regionen oder Unterkünften
Beziehungslosigkeit
Arbeitslosigkeit und Überschuldung.
Häufig gehen Straffälligkeiten und Haftaufenthalte mit o.g. Schwierigkeiten einher. Dieser Personenkreis benötigt viel Zeit und einen beständigen, geschützten Rahmen, um sukzessive das Angebot der Eingliederungshilfe annehmen und damit den Weg in die Mehrheitsgesellschaft zurück finden zu können.
Der Sonnenhof unterstützt Frauen und Männer auf diesem Weg in ein selbst bestimmtes Leben. Das Durchschnittsalter unserer Bewohner liegt derzeit bei 40 Jahren. Begleitete Arbeits-, Gesprächs- und Freizeitangebote zeigen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Alltagsgestaltung auf. Um sich stabilisieren zu können ist, in enger Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Arzt eine Substitutionsbehandlung (Drogenersatztherapie) möglich. Durch die Zugehörigkeit zur abstinenzorientierten Langzeiteinrichtung Schloss Gestorf ist zudem ein Wechsel vom Substituiertenbereich in den Cleanbereich jederzeit möglich. Voraussetzung für eine Aufnahme ist die Mitwirkungsbereitschaft sowie die Absicht, beigebrauchsfrei leben zu wollen. Gesetzliche Grundlage ist der § 53 ff. SGB XII.