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Fakten und Formales

Wir sind da für volljährige Frauen und Männer, die Drogen konsumieren.

Im Schnitt nutzen etwa 90 von ihnen täglich den Konsumraum. Wir verkaufen oder tauschen 20.000 bis 25.000 Spritzen und 60.000 bis 70.000 Nadeln im Jahr.

Unser Team besteht aus langjährig erfahrenen und szeneerprobten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und medizinisch ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Außerdem arbeiten regelmäßig eine Ärztin bei uns.

Drogenkonsumierende Menschen haben gerade unter den Bedingungen des fortgesetzten Konsums, ein Recht auf menschenwürdige gesundheitliche und soziale Lebensbedingungen; sie müssen dieses nicht erst durch abstinentes und angepasstes Verhalten erwerben

Die allgemeinen Ziele sind:

  • Harm Reduction
  • Verringerung sozialer Schwierigkeiten
  • Schaffung eines Raumes des Vertrauens, in dem soziales Miteinander geübt und gestärkt wird
  • Förderung von Aktivität und Freizeitgestaltung
  • Psychosoziale Entlastung durch Gemeinschaftsgefühl
  • Förderung eines verantwortungsvolleren Umgangs mit Suchtmitteln

 

  • Gesundheitspolitische Aspekte

Wesentliche Risiken beim Konsum illegaler Drogen stellen nach wie vor die Übertragung viraler Infektionen (HIV, Hepatitis B und C) sowie aus intravenösem Konsum entstehende Abszesse dar – diese Risiken werden durch die hygienischen Bedingungen im Konsumraum verringert. Darüber hinaus kann das speziell geschulte Fachpersonal durch direktes Einwirken auf das Konsumverhalten der jeweiligen Konsument_innen das Bewusstsein für Safer Use schärfen und ausweiten. Weiterhin werden bei Überdosierungen (Bewusstlosigkeit, Atemsubpression, Atemstilltand, Herz-Kreislauf-Stillstand, Shake, epileptische Anfälle, Angstzustände, Halluzinationen usw.) sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen durch das geschulte Fachpersonal durchgeführt. Dabei werden nicht nur Notarzteinsätze und Krankenhausaufenthalte vermieden, sondern auch die Zahl der Drogentoten verringert.

  • Pädagogische Aspekte

Der Konsumraum stellt in dieser Funktion einen besonderen Schutzraum dar und ermöglicht somit eine Kommunikation auf höchst vertrauensvoller Beziehungsebene. Auf dieser Grundlage ist die Einleitung von Vermittlungsarbeit in z. B. Substitution, stationäre Langzeittherapien und weiterführende Beratungsangebote besonders effizient.

  • Ordnungspolitische Aspekte

Das Angebot des Drogenkonsumraums und des Cafés bietet die Möglichkeit des Aufenthaltes und Konsums in einem geschützten Raum. Durch die Verlagerung des Drogenkonsums in das Stellwerk werden öffentliche Plätze in der Innenstadt, Spielplätze, Parks usw. entlastet.[1] Die Einrichtung trägt damit zu einer Bündelung der illegalen offenen Straßenszene bei und ermöglicht so auch ein gewisses Maß an Kontrolle und Steuerung.

[1] Vgl.: Böllinger, Stöver: 2002.

Die Arbeit des Stellwerk fußt unter anderem auf der theoretischen Grundlage des bio-psychosozialen Modells der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der UN in Bezug auf stoffgebundene Abhängigkeiten.